Ein Esel rettet aus der Armut – Das Projekt „Eselinitiative“

Maili G. aus Eklaibhatti verkauft mit dem Esel Holz und will auch bei der Eselkarawane mitmachen. Ihr Esel trägt 40 kg – die sie früher selbst schleppen musste  Die 40jährige Witwe hat zwei kleine Kinder, die beide zur Schule gehen. Sie arbeitet auf den Feldern anderer und braut Rakshi. Pro Monat produziert sie 15 Flaschen, die sie für je 15-20 Cent verkauft, je nachdem, ob der Käufer aus dem Dorf kommt oder von außerhalb. 
Foto: © Stefanie Christmann

Beladen mit schweren Wassereimern wandern die Frauen den weiten mühsamen Wege zu ihren Häusern. „Haben Sie keinen Esel?“, fragte die Journalistin Stefanie Christmann eine der Frauen, die ihr während einer Studie über Frauen in Eritrea 1994/95 begegneten. Fassungslos nahm sie ihre Antwort zur Kenntnis: „Der Esel sind wir selbst“. Dieses Bild blieb der promovierten Germanistin stark im Gedächtnis verhaftet und sie beschloss, dass dringend Aktivität ergriffen werden muss, um diesen Frauen zu helfen. Gemeinsam mit acht Freunden gründete sie so im August 1995 den „Gemeinnützigen Verein zur Förderung allein erziehender Frauen in entlegenen Weltregionen e.V.“, der heute etwa 300 Mitglieder aus verschiedenen Ländern hat.

Die „Esel-Initiative“ sammelt Spenden, um allein erziehenden Frauen in entlegenen Regionen ein großes Nutztier zu kaufen, das ihnen zu einem verbesserten Lebensstandard verhelfen soll. Damit die Mütter selbst Nachwuchs ziehen können, werden nur weibliche Tiere vergeben.
Das Projekt startete in Eritrea, die Esel-Initiative begann aufgrund des großen Erfolges 2006 ein zweites Programm in Nepal, Himalaja.

Im Himalaja erhalten die Frauen von den Spendengeldern je nach Region und Höhenlage, einen Esel, eine Kuh, einen Wasserbüffel oder auf großer Höhe ein Nak. Die Tiere werden an allein erziehende Mütter oder Großmütter mit schulpflichtigen Kindern vergeben. Ziel des Projektes ist, den Frauen die Möglichkeit zu bieten, sich selbst aus der Armut herauszuholen. Milch, Butter, Käse und Butterschmalz bringen ein gutes Einkommen, mit den Eseln machen die Frauen Transporte gegen Bezahlung und männliche Yakkälber können sie später zum Beispiel als Tragetier gegen Bezahlung verleihen.

Im Himalaja gibt es viele allein erziehende Frauen. Der Grund liegt darin, dass viele Männer in der Hoffnung auf Arbeit in die Städte ziehen. Oft melden sie sich nie mehr bei ihren Familien. Ein weiteres Problem wie zum Beispiel am Annapurna ist Frauenhandel: Junge Frauen werden häufig in Bordelle nach Indien verschleppt. Auch diesem Missstand will die Esel-Initiative mit dem Projekt vorbeugen. Wenn die Frauen die Chance erhalten, im Dorf ihren Lebensunterhalt zu verdienen, fallen sie nicht so leicht auf Mädchenhändler herein.

Sehr hoch sind in manchen Regionen die Müttersterblichkeit – bei jeder 10. Geburt stirbt die Mutter – und die Kindersterblichkeit – nur 50 % der Kinder erreichen das 5. Lebensjahr. Schlecht ausgebildete Hebammen sind in weitläufigen Regionen zu Fuß unterwegs. Die Esel-Initiative finanziert deshalb gute Kurse für Hebammen und danach ein Reitpferd, damit die Hebammen Vorsorgeuntersuchungen machen können und rechtzeitig bei Geburten zur Stelle sind.

Damit die gemeinnützige Organisation auch in Zukunft den Frauen im Himalaja weiterhin so erfolgreich helfen und ihre Ziele umsetzen kann, ist sie für jede Spende und Hilfe dankbar. Mit großer Unterstützung kann die „Esel-Initiative“ auch künftig vielen Müttern und Kindern die Chance zu einem besseren Leben geben.

Erfahren Sie hier mehr über die „Esel-Initiative“: www.esel-initiative.de

Spendenmöglichkeit finden Sie hier: esel-initiative.de/helfen.html

Lesen Sie hier unseren ausführlicheren Bericht über die „Esel-Initiative“.

 

Copyright 2009 - EU Umweltakademie - All rights reserved