„Oh leeve Jott, jev uns Wasser…“ – Die Ausmaße der globalen Wasserkrise
Monday, 01. February 2010 -

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Trotz des Reichtums an Wasser auf der Erde, ist die Menschheit mit dem Problem einer globalen Wasserkrise konfrontiert. Tag und Nacht leiden weltweit Milliarden Menschen an Durst und Dürre. Eine katastrophale Zuspitzung der Situation steht bevor.

Jeder Dritte leidet an Durst und Dürre
Die Erdoberfläche besteht zu 75 Prozent aus Wasser, doch nur ein Bruchteil davon kann als Süßwasser verwendet werden. Dieser wird zum Trinken, zur Hygiene, in der Landwirtschaft, zur Stromerzeugung und Industrie benötigt.

Im vergangenen Jahrhundert verdreifachte sich nun die Bevölkerung auf der Erde und demzufolge steigt auch der weltweite Bedarf an Wasser. Eine vom Internationalen Institut für Wassermanagement (IWMI) im Jahr 2006 durchgeführte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass etwa ein Drittel der Menschen auf der Erde an Durst und Dürre leiden. Jeden Tag sterben zudem etwa 6000 Menschen – darunter 4000 Kinder – infolge von verschmutztem Wasser.

Der globale Wassermangel ist zum Einen Resultat des Klimawandels, zum Anderen entsteht er aufgrund politischer Konflikte Wie kostbar Wasser in von Naturkatastrophen oder von Kriegen betroffenen Gebieten ist, zeigen zum Beispiel Streitereien verzweifelter Einwohner im Gaza-Streifen um die Wasserlieferungen der Tankwagen oder die Transporte in Haiti nach dem Erdbeben im Januar dieses Jahres. Hier wagten sich einige Fahrer aus Angst vor Überfällen nicht in das Krisengebiet.

In den vergangenen Jahren haben Hilfsaktionen dafür gesorgt, dass Millionen von Menschen erstmals sauberes Trinkwasser erhielten. Doch insgesamt bleibt weltweit immer noch über einer Milliarden Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt 88 Prozent aller Erkrankungen auf der Welt auf verschmutztes Trink- und Brauchwasser zurück.

Wer hingegen nicht an Wassermangel leidet, neigt zur Verschwendung. Amerikaner und Europäer verbrauchen beispielsweise bis zu 600 Liter am Tag. An anderen Orten sind Menschen dagegen darauf angewiesen, mit 20 Litern am Tag auszukommen.

Dürre und Überschwemmung infolge des Klimawandels
Mitunter trägt auch der Klimawandel zur Wasserknappheit bei. Regen- und Trockenzeiten verschieben sich aufgrund klimatischer Veränderungen. Während einige Gebiete unter Dürreperioden leiden, haben andere mit starken Regenfällen und Überschwemmungen zu kämpfen. Die Folgen sind Missernten, ausgetrocknete Seen und Flüsse sowie die Versteppung von Regionen. Farmer in Australien hatten in den vergangenen Jahren derartige Missernten zu verschmerzen, dass aufgrund von Existenzängsten die Selbstmordrate der Landwirte beachtlich zunahm. Auch in vielen anderen Ländern machen sich die Folgen des Klimawandels bemerkbar: Im Norden Chinas ist die Bevölkerung beispielsweise mit dem Problem des sinkenden Grundwasserspiegels konfrontiert und der Rio Grande schwebt in Gefahr, auszutrocknen. Solche Zustände werden sich laut den Prognosen von Forschern in den nächsten Jahren zuspitzen. Sie erwarten weitere Überschwemmungen, Dürrezeiten, verseuchte Grundwasser durch Salzwasser sowie Missernten. Gebiete, in denen die Wasserressourcen bereits knapp sind, werden mit einer noch schlimmeren Wassernot ausgesetzt sein.

Landwirtschaft verbraucht 70 Prozent unseres Süßwassers
Große Verantwortung für die globale Wasserkrise trägt insbesondere auch die Landwirtschaft. Das International Water Management Institute (IWMI) ließ im Jahr 2007 von mehr als 700 Spezialisten den Wasserverbrauch der vergangenen 50 Jahre auswerten. Das Ergebnis lautete, sollte die Lebensmittelproduktion weiter so erfolgen wie bisher, werden in 50 Jahren ein Drittel der Menschheit in Regionen leben, die von Wasserknappheit betroffen sind.

Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums – laut den Spezialisten werden im Jahre 2050 2,5 Milliarden Menschen mehr als heute leben – wird sich den Berechnungen zufolge der Bedarf an Lebensmitteln in den nächsten 50 Jahren verdoppeln und dementsprechend auch der Wasserbedarf.

Bereits heute verbraucht die Landwirtschaft etwa 70 Prozent des gewonnenen Süßwassers. Die Forscher warnen, dass unbedingt an einer effizienteren Maßnahme gearbeitet werden muss. Die Verschwendung von Unmengen Wasservorräten sollte dringend eingeschränkt werden. Die Lösung für dieses Problem könnten Bewässerungsanlagen oder Wasserspeicher sein. Die Spezialisten ermahnen Politik und Wirtschaft, in solche Maßnahmen zu investieren, um die Verschwendung des kostbaren Lebenselixiers einzuschränken. Zudem schlagen sie vor, dass Wasser mit dem Urteil „Beste Qualität“ ausschließlich als Trinkwasser und für industrielle Zwecke genutzt wird, für Felder hingegen könne auch ohne Bedenken Brack- und Grauwasser verwendet werden.

Doppelte Versorgungskrise
Äußerst skeptisch betrachten Wissenschaftler zudem die gegenseitige Abhängigkeit von Wasser und Energie. Wasser ist für die Erzeugung elektrischer Energie notwendig. Umgekehrt wird für die Produktion von Strom, und auch für Benzin und Diesel Wasser benötigt. Es entsteht ein Teufelskreislauf. Ist das Wasser knapp, so ist auch weniger für die Energieversorgung vorhanden. Gleichzeitig muss mehr Energie in die Wasserversorgung gesteckt werden, beispielsweise für den Wassertransport in ausgetrocknete Gebiete. Auf diese Weise könnte eine doppelte Versorgungskrise entstehen.

Der Schlüssel zur Lösung liegt hier in Wind- und Solarkraft. Diese verbraucht im Vergleich zu anderen Energieträgern weniger Wasser, so dass eine Umstellung die Situation verbessern könnte. Ebenso raten Spezialisten dazu, Abwasser sinnvoller zu verwerten. Weil es ohnehin gereinigt werden muss, können sie sich wertvollere Zwecke vorstellen, als dieses wieder in Flüsse und Meere abzulassen.

Genug Wasser für Alle
Bevor der Mensch die Hände nun zum Himmel streckt und um Wasser bittet, sollte er seinen Blick zunächst auf die Erde richten. Eine Studie aus den USA kam zu dem Ergebnis, dass theoretisch weltweit genügend sauberes Wasser für alle Menschen zur Verfügung stünde. Die Vorräte sind allerdings ungleichmäßig verteilt. Aus diesem Grund fordern Experten nicht nur eine effizientere Nutzung des vorhandenen Süßwassers durch die Landwirtschaft, sondern auch eine allgemeine Optimierung der Wasserversorgung. Für menschliche Bedürfnisse werden beispielsweise nur weniger als 25 Prozent Wasser von Flüssen abgeleitet. Aufbereitungstechnologien und Pläne zur besseren Verteilung und Erhaltung der Vorräte könnten der Wasserkrise Einhalt gebieten. Ebenso könnte die Methode der Rückgewinnung von Niederschlagswasser zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen beitragen.

ipp

Der Arzt und Forscher F. Batmanghelidj schreibt in „Wasser, die gesunde Lösung“ über die Auswirkungen falsch interpretierter Durstsignale auf die menschliche Gesundheit. Er erklärt, wie es zu der scheinbar paradoxen Situation kommt, dass Wassermangel nicht gespürt wird und Durstsignale falsch gedeutet werden. Die Quintessenz seiner jahrelangen Forschung fasst er in einem neuen Paradigma zusammen: Krankheiten sind nicht das Ergebnis einer fehlerhaften Zusammensetzung von Stoffwechselregulatoren, sondern Durstsignale des Körpers. Und sie sind daher mit einer einfachen und äußerst wirkungsvollen „Medizin“ zu behandeln: mit Wasser und nichts weiter als reinem Wasser! Dieses Buch zeigt sowohl für den einzelnen als auch für die Verantwortlichen im Gesundheitswesen Wege aus der Sackgasse, in der sich die moderne Medizin befindet.

 

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