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Der Duft seltener Orchideen dringt in die Nase, in den Baumwipfeln hangeln sich Affen von Ast zu Ast und durch die Sträucher schleicht der scheue Jaguar. Die tropischen Urwälder könnten für unzählige Tier- und Pflanzenarten ein Paradies auf Erden sein, würde der Mensch sie nur in Ruhe lassen. Doch „Wo der Weiße hintritt, lässt er eine Wüste zurück“ besagt eine alte Indianer-Weisheit. In den vergangenen 50 Jahren trug der Mensch dazu bei, weltweit mehr als die Hälfte aller Regenwälder zu zerstören.
Jährlich werden etwa 150.000 Quadratkilometer vernichtet. Abholzung, Brandrodung und Landwirtschaft und zuletzt auch der Klimawandel zerstören die tropischen Urwälder. Wird dem kein Einhalt geboten, werden den Prognosen von Forschern zufolge in zehn Jahren 80-90 Prozent der noch verbliebenen Regenwälder nicht mehr existieren.
Die größte Apotheke der Welt
Über 40 Millionen Arten sind weltweit in den tropischen Urwäldern beheimatet. Der Wissenschaft bietet sich dadurch eine Unendlichkeit an neuen Entdeckungen. Mit unzähligen Heilpflanzen gilt der Regenwald als größte Apotheke der Welt. Es besteht Hoffnung, dass aus den tropischen Wäldern sogar ein Mittel zur Heilung von Krebs und Aids entwickelt werden kann. Das amerikanische National Cancer Institut hat bisher 3000 Pflanzen identifiziert, die gegen Krebserkrankungen wirksam sind. Darunter stammen 70 Prozent aus Regenwäldern.
Die tropischen Urwälder sind zudem die Lebensgrundlage für Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern. 40 Prozent der Wasserversorgung stammt in diesen Gebieten aus Regenwäldern.
Eine natürliche Klimaanlage
Der Schutz der Regenwälder ist für den Menschen lebensnotwendig. In den tropischen Wäldern wird zunächst lebenswichtiger Sauerstoff produziert und CO2 gebunden.
Der weltweit größte tropische Regenwald erstreckt sich über das Amazonasbecken in Südamerika. Zwei Drittel dieses Gebietes liegt in Brasilien. Der Amazonas gilt als größte Klimaanlage der Welt. Der Wald verwandelt die Sonnenenergie in Wasserdampf und die daraus entstehenden Wolken versorgen den Wasserkreislauf, so dass auf diese Weise das Weltklima abgekühlt wird. Doch dieser grünen Lunge der Erde stockt der Atem. Durch Brandrodung zur Erschaffung von Platz für Rinderzuchten und Sojaanbau wird in diesem einzigartigen Lebensraum jede Minute etwa eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld zerstört. Wissenschaftler befürchten nun einen gegenteiligen Effekt: Aus der Abkühlung wird eine Erwärmung des Weltklimas herbeigeführt. Infolge der Vernichtung werden zu große Mengen Kohlenstoff umgesetzt, die in Verbindung mit Sauerstoff in Kohlendioxid umgewandelt werden.
Die Konsequenzen der aus dem Verschwinden der Regenwälder entstehenden globalen Veränderung, könnten unter anderem zu Überschwemmungen, starken Stürmen, Schmelzen der Gletscher, Dürre und Missernten führen könnte. Die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt ist zudem bedroht.
Abholzung und Rodung der Wälder
Auch in anderen Regionen Südamerikas sind Gesetze und Vorschriften nicht in der Lage, Viehzüchter an der Rodung der Tropenwälder zu hindern. So vernichteten im Dezember vergangenen Jahres Rinderzüchter des brasilianischen Unternehmens „Yaguarete Pora S.A.“ den Wald des paraguayischen Volkes Ayorei-Totobiegosode, obwohl das Umweltministerium ihnen die Lizenz entzogen hatte.
Die Regenwälder werden nicht nur aufgrund von Viehzucht, sondern auch zur Herstellung von Möbeln und Papier abgeholzt. Auf den gerodeten Flächen entstehen Plantagen für Teakholz, Palmöl, Felder für Soja, Ananas, Bananen, Avocados oder eben Weideflächen für die Rinderzucht.
Ist ein Regenwald erst einmal vernichtet, so besteht kaum eine Chance, dass er sich regeneriert. Für gewöhnlich bleibt auf den gerodeten Flächen nur unfruchtbarer und ökologisch nutzloses Land zurück.
Rettet den Regenwald!
Mensch, Tier und Pflanze, Umwelt und Natur sind darauf angewiesen, dass die noch verbliebenen Regenwälder geschützt werden. Für den Erhalt des Amazonas arbeitet das Schutzprogramm des Amazon Region Protected Area (ARPA) daran, 600.000 Quadratkilometer Regenwald bis zum Jahr 2012 zu bewahren. Das Schutzprogramm kann über den World Wide Fund (WWF) unterstützt werden. Zudem gibt es zahlreiche andere Hilfsprogramme von Umweltorganisationen und Privatpersonen. Jede Hilfe dient hier sowohl dem eigenen Wohlergehen als auch dem unserer Umwelt.