Die heilende Welt der Pflanzen
Tuesday, 26. January 2010 -

Teamarbeit © www.fotolia.com

In den vergangenen Jahren erlebte die Heilpflanzkunde eine regelrechte Renaissance. Für den Menschen, der heute ohnehin alltäglich mit Umweltgiften belastet wird, stellt die Pflanzenheilkunde die ideale Alternative dar, um seinen Körper vor weiteren chemischen Stoffen zu schonen.

Wissen aus der Antike
Bereits im Altertum war das Wissen um die heilenden Kräfte von getrockneten Pflanzen, Gräsern, Harzen, Früchten und Runden weit verbreitet. Aus Überlieferungen kann entnommen werden, dass Priester im alten Ägypten aus Pflanzen Salben, Zäpfchen und Pulver herstellten. Ebenso war es bei den alten Hebräern, Sumerern, Assyrern und Chinesen Gang und Gebe, Pflanzen für Heilzwecke einzusetzen. Auch in der Antike nutzten Araber, Griechen und Römer die Wirkstoffe von Pflanzen sehr gezielt zur Heilung von Krankheiten.

Die wohl bedeutendsten Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind die Schriften des griechischen Arztes Dioskurides, welche über 1000 Jahre als Grundlage für die westliche Medizin verwendet wurden. Auch die Schriften des berühmtesten Arztes aus der Antike, Hippokrates, sind von großer Bedeutung. Sie veranschaulichen das medizinische Wissen 5000 Jahre vor Christus. Hippokrates Lehre beruht darauf, dass in jedem Menschen eine natürliche Heilkraft liegt, die über die Ernährung erreicht werden kann. Um eine heilende Wirkung zu erzielen, wurden bestimmte Nahrungsmittel verabreicht. Der römische Arzt Galen, der im 2. Jahrhundert nach Christus lebte, empfahl zudem, verschiedene Stoffe miteinander zu mischen. Dies wurde bis ins Mittelalter befolgt, der „Blütezeit“ der Kräuter und Heilpflanzen. Hier waren es vor allem Mönche und Nonnen, welche das Wissen um die natürlichen Heilmittel weitervermittelten.

Renaissance der Heilpflanzkunde
Das alte Wissen geriet eine Weile in Vergessenheit, bis der schweizerische Priester Johann Künzle und der deutsche Pfarrer Sebastian Kneipp Ende des 19. Jahrhunderts für eine Art Wiederauferstehung der Heilpflanzenkunde sorgten. Heute hat sich die Kunde von Heilpflanzen zu einer eigenen Wissenschaft entwickelt. Klinische Studien und ärztliches Wissen belegen seine Wirksamkeit. Daher greifen nun auch immer mehr Schulmediziner auf dieses Wissen zurück und verordnen Ihren Patienten aus Heilpflanzen hergestellte Medikamente.

In Europa erfreut sich die Heilpflanzkunde vor allem in Deutschland großer Beliebtheit. Hier werden jährlich 45.000 Tonnen Heilpflanzen verbraucht.

Zusammensetzung der alternativen Medizin
Heilpflanzen können einerseits an sich als Medizin genutzt werden, andererseits gibt es Arzneien, die aus rohen oder zubereiteten Pflanzenteilen bestehen. Diese Sogenannte Droge wird von der Pharmazie zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Je nach Wirkstoff und Dosierung werden unterschiedliche Extrakte gewonnen

Der Stoff einer Heilpflanze, der medizinisch wirksam ist wird phytogener Arzneistoff genannt. Das aus ihr gewonnene Arzneimittel heißt Phytopharmakon. Es ist häufig mit anderen Hilfsstoffen versetzt und als Dragees, Tropfen und Tabletten erhältlich.
Viele der Pflanzen stammen aus China, Indien oder südafrikanische und südosteuropäische Länder. Bei der Ernte werden die Pflanzen allerdings häufig unachtsam aus der Erde gerissen, so dass die wertvolle Medizin nicht mehr nachwachsen kann. Ärzte und Heilpraktiker nutzen die Produkte häufig zur Linderung alltäglicher Beschwerden, aber auch für akute und chronische Erkrankungen als Tee, Tinktur oder Extrakt eingesetzt.

Vorsicht bei der Anwendung der Natürlichen Heilkraft
Heilpflanzkunde basiert nicht allein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern mit ihr verbindet sich auch ein neuer, positiver Lebensstil: Der Lehre Hippokrates folgend, beruht sie auch auf der Annahme der natürlichen Heilkraft im Menschen.

Ein großes Missverständnis ist der Glaube, dass alles Pflanzliche harmlos ist. Es gilt, exakte Vorgaben einzuhalten, um die gewünschte Wirksamkeit der Pflanzen zu erzielen. Bereits Paracelsus warnte: „Nichts ist ohn’ Gift“. Es ist wichtig, wann und in welcher Dosierung Heilpflanzen eingesetzt werden sollten. Vor allem, wer sich in dem Gebiet nicht gut auskennt, sollte also nicht auf eigene Faust zum Kräuter pflücken losziehen, sondern den Rat von Ärzten und Apothekern einholen.

ipp:

In dem Buch „Heilkräuter aus dem Garten Gottes“ bietet die österreichische Maria Treben eine alphabetische Auflistung der Heilkräuter. Die Kräuterkundige gibt Hinweise, wo die Pflanzen wachsen, wie sie aussehen und über welche Heilkraft sie verfügen sowie Anleitungen zur praktischen Anwendung.

Die Autoren Peter Tompkins und Christopher Bird geben in ihrem Buch „Das geheime Leben der Pflanzen“ Einblicke in die „Blumensprache“. Sie stellen Experimente vor, welche zeigen, dass Pflanzen beseelte Lebewesen sind. Die beiden Autoren schildern, wie die Signale der Pflanzen vom Menschen genutzt werden können. Sie öffnen erstaunliche Perspektiven für das gesamte Naturverständnis des Menschen.

Das Buch können Sie in unserem EU-Shop bestellen.

 

Copyright 2009 - EU Umweltakademie - All rights reserved