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Plastik - zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
Thursday, 14. April 2011 -

Plastik und Kunststoffe gelten heute als so selbstverständlich, dass sich kaum jemand noch Gedanken darüber macht. Plastik findet sich in Joghurtbechern, Elektrogeräten, Spielzeug, Autos, Möbeln, Teppichen, Zahnbürsten - die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dabei schaden Kunststoffe nicht nur der Umwelt – sie können auch unsere Gesundheit negativ beeinflussen. Ein bewusster Umgang mit Plastik ist daher unverzichtbar.
Die Menge an Kunststoffmüll wächst seit Jahrzehnten in bedrohlichem Tempo. An Land wird vergraben und verbrannt, was nicht recycelt werden kann, in den Ozeanen treibt Plastik in riesigen Strudeln. Von der See zu kleinsten Partikeln zermahlen, finden gefährliche Substanzen wie Weichmacher und Bisphenol A über die Nahrungskette ihren Weg in unser Blut.
In dem Buch Plastic Planet wagen Journalist Gerhard Pretting und Regisseur Werner Boote einen umfassenden Blick auf das Thema Kunststoff. Sie erzählen von seiner Faszination als ultraleichtes und frei gestaltbares Material ebenso wie von seinem Vermächtnis als nicht verrottender, giftiger Abfall, der die Umwelt und unsere Gesundheit in alarmierendem Ausmaß bedroht.
- mit Glossar zu den verschiedensten Kunststoffen, ihrer Anwendung und damit verbundenen Risiken
- mit 32-seitigem Farbbildteil aus dem Film Plastic Planet
- mit einem Making-of-Kapitel des Regisseurs
Einige interessante Fakten aus dem Buch Plastic Planet: - Mit der Menge an Kunststoff, die in den letzten 100 Jahren produziert wurde, könnte man den Erdball mit sechs Schichten Plastikfolie überziehen. Ca. 240 Millionen Tonnen kommen jährlich hinzu – ein Viertel davon allein aus europäischen Betrieben.
- Plastik verrottet kaum, bzw. nur sehr langsam. Da aber viele Wegwerfartikel aus Plastik bestehen, ergibt sich zwangsläufig ein Entsorgungsproblem. Immer mehr reichert sich der Stoff in der Natur an. Grundwasser und Böden werden zunehmend von winzigen Plastikteilchen durchsetzt.
- In den Weltmeeren findet man inzwischen 6- bis 10-mal mehr Plastik als Plankton. Durch die Meeresströmungen verteilt es sich in allen Weltmeeren und erreicht auf diese Weise jeden Winkel der Erde.
- Der so genannte subarktische Meereswirbel südöstlich von Hawaii gilt inzwischen als die größte Müllhalde der Welt. Auf einer Fläche 4-mal so groß wie Deutschland treiben 3 Millionen Tonnen Plastikmüll im Kreis und werden durch Sonne, Wind und Wellen in kleinste Partikel zerrieben. Nach einer Studie der UNEP kommen dort bis zu 18.000 Kunststoffteile auf einen Quadratkilometer Meeresfläche. Auch im Atlantik existieren ähnliche Müllstrudel.
- Jedes Jahr verenden ca. eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger aufgrund von Plastikteilen im Verdauungstrakt – darunter Albatrosse, Schildkröten, Robben, Fische und Krebse.
- Kunststoffe gelangen über die Nahrungskette früher oder später auch auf unseren Teller! Neben toxischen Zwischenstufen beim biochemischen Abbauprozess von Plastik geht die größte Gefahr vor allem von den Additiven in Kunststoffen aus, wie beispielsweise Weichmachern, Farbstoffen oder Flammschutzmitteln. Diese können gar über bloßen Hautkontakt in den Körper gelangen und sind bereits heute im Blut praktisch aller Menschen nachweisbar.
- Bisphenol-A (BPA), der Grundstoff von Polykarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen, ist mit einer Jahresproduktion von ca. 3 Millionen Tonnen eine der wichtigsten und meistproduzierten Chemikalien der Welt. Bisphenol-A steht - ebenso wie die als Weichmacher verwendeten Phtalate - im Verdacht, schon in kleinen Mengen erbgutschädigend und hormonähnlich zu wirken, sowie Entwicklungsstörungen, Krebs, Unfruchtbarkeit und Allergien zu verursachen.
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