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Ob die eigene Gesundheit leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird, bleibt Jedem selbst überlassen. Doch spätestens, wenn es um das Leben eines ungeborenen Kindes geht, ist es dringend Zeit, Verantwortung zu übernehmen und gesundheitsbewusster zu leben. Dabei sollten laut Forschern nicht nur Zigaretten und Alkohol zum Tabu werden, sondern auch Handys.
Verhaltensstörungen bei Kindern durch Handys
Eine 2008 in der Zeitschrift Epidemiology veröffentlichte Studie stellte heraus, dass der Gebrauch von Mobilfunkgeräten in der Schwangerschaft die Gesundheit des Ungeborenen gefährden kann. Für diese Studie hatten Wissenschaftler der University of California – Los Angelas (UCLA) und der Universität von Aarhus, Dänemark mehr als 13.000 Frauen untersucht, die in den späten 90er Jahren ein Kind zur Welt gebracht hatten. Sie befragten sie zu ihren Gewohnheiten im Umgang mit Handys während der Schwangerschaft sowie zu der ihrer Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren.
Weil in den 90er Jahren der Gebrauch von Handys noch nicht derartig selbstverständlich war wie er es heutzutage ist, hatte über die Hälfte der Befragten in dieser Zeit nur selten beziehungsweise gar nicht mit Mobilfunkgeräten telefoniert.
Dennoch erhöhte sich bei denjenigen Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft zwei bis drei Mal täglich Mobilfunkgeräte nutzten, die Wahrscheinlichkeit einer Verhaltensstörung um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu anderen Kindern, so das Fazit der Studie. Je nach Intensität des Handygebrauchs stieg die Wahrscheinlichkeit. Nutzen Kinder zusätzlich auch noch selbst ein Handy, erhöht sich das Risiko um 80 Prozent. Die Gefahr emotionale Probleme und Hyperaktivität zu entwickeln stieg bei den Kindern jeweils um 35 Prozent. Sie wiesen zudem um ein Drittel mehr Probleme im Umgang mit gleichaltrigen Kindern auf und die Hälfte von ihnen litt an Verhaltensproblemen.
Warnung russischer Wissenschaftler
Bereits vor etwa zehn Jahren hatte das Russische Nationale Komitee zum Schutz nichtionisierender Strahlung in Moskau vor der Nutzung von Mobilfunkgeräten in der Schwangerschaft gewarnt. Die russischen Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die Handynutzung bei den Kindern später zu kurzzeitigen Gedächtnisstörungen, Abnahme von Aufmerksamkeit, Lernverhalten und kognitiven Fähigkeiten sowie erhöhter Reizbarkeit führen kann. Auch Depressionen und eine Degeneration der Nervenstrukturen im Gehirn könnten die Folge sein.
Die Kommission empfahl Schwangeren zudem, im Kontakt mit elektromagnetischen Feldern generell vorsichtig zu sein.
Die amerikanisch-dänischen Wissenschaftler räumten nun zwar ein, dass nicht hundertprozentig feststehe, ob ihre Forschungsergebnisse ausschließlich mit der Nutzung von Mobilfunkgeräten in Zusammenhang stehen. Zudem liegen auch noch keine Langzeitstudien vor. Dennoch warnten sie schwangere Frauen davor, das Handy über einen längeren Zeitraum eingeschaltet bei sich zu tragen und rieten dazu, das Telefonieren erheblich einzuschränken.
Auf einen Zusammenhang zwischen Hochfrequenzen und Gesundheit weist zudem eine Studie aus Kanada hin: Hier wurde die Auswirkung von Strahlungen, die denen von Mobilfunkgeräten ähneln, auf schwangere Ratten erforscht. Das Ergebnis zeigte, dass bei den Föten strukturelle Veränderungen in den Gehirnen verursacht wurden.
Überzeugende Gegenstudien liegen bisher nicht vor. Somit sollte besonders während der Schwangerschaft Vorsicht mit Handys geboten werden, schließlich ist kein Telefonat die Gefährdung der Gesundheit von zwei Lebewesen zugleich wert.
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ipp:
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