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Links hupen die Autos, rechts quietschen die Bahnschienen, auf der einen Seite dröhnt der Presslufthammer und auf der anderen schrillt die Fahrradklingel. Immer mehr Menschen leiden unter dem Lärmpegel ihrer Umwelt.
„Untragbare“ Belastung
Laut einer Studie der Europäischen Kommission sind etwa 20 Prozent der europäischen Bevölkerung einem Lärmpegel ausgesetzt, welcher von Wissenschaftlern und Medizinern als „Untragbar“ betrachtet wird. Das bedeutet etwa 80 Millionen Menschen fühlen sich von den Geräuschen ihrer Umwelt belästigt und müssen zudem gesundheitliche Schäden befürchten.
Weitere 170 Millionen Bürger leben laut der EU-Kommission in sogenannten „grauen Zonen“. Hier bleiben sie nachts eher verschont, tagsüber sind sie jedoch einem enormen Lärmpegel ausgesetzt.
Unerwünschte Geräusche
Als „Lärm“ wird jedes unerwünschte Geräusch bezeichnet. Da diese subjektiv wahrgenommen werden, ist es möglich, dass ein Mensch einige Geräusche als „Lärm“ empfindet, während einen Anderer sie eventuell nicht stören.
Umfragen in Europa zufolge ist in erster Linie Straßenverkehr eine störende Lärmquelle. Weiterhin fühlen sich die Befragten durch Nachbarwohnungen, Baustellen und Betriebslärm beeinträchtigt.
50 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet laut Untersuchungen des Bundesumweltamtes (UBA) unter dem Straßenverkehrslärm. Etwa 13 Millionen Einwohner sind den Berechnungen zufolge in Deutschland von einem Geräuschpegel belastet, das gesundheitliche Folgeschäden bewirken könnte.
Akustische Umweltverschmutzung
Umweltlärm ist ein Stressfaktor. Der menschliche Organismus wird durch Verkehrs-, Industrie-, Nachbarschafts- oder Freizeitlärm negativ beeinflusst. In den meisten Fällen machen sich die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit des Menschen zunächst durch Schlafstörungen bemerkbar. Für gewöhnlich lässt in Folge die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auf Dauer betrachtet nach.
Das UBA stellte zudem fest, dass zwischen Verkehrslärm und Herzinfarkten ein Zusammenhang bestehen kann. Ihre Studien zeigten auf, dass die Einwohner, die in von starkem Verkehrslärm beeinflussten Gegenden leben, einem höheren Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen ausgesetzt sind als diejenigen aus ruhigeren Orten. Dies wird auch von Untersuchungen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit bestätigt: Hier wurde beobachtet, dass Menschen aus von starkem Verkehrslärm belasteten Gebieten häufig wegen Bluthochdrucks in Behandlung sind. Die Männer aus diesen Wohnorten wiesen zudem ein 30 Prozent höheres Risiko von Herzinfarkten auf. Das UBA weist ebenso auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Fluglärm und ärztlicher Behandlung fest. Flughafenanwohner suchen laut UBA häufiger einen Arzt auf und befinden sich dabei oft in medikamentöser Behandlung.
Schutz vorm Lärm
Um den Straßenverkehrslärm zu mindern sind leisere Fahrzeuge, Reifen und Fahrbahnen erforderlich. Verschiedene Mechanismen können hier dazu beitragen, den Geräuschpegel zu senken. Motoren, Pumpen oder Lüftungsanlagen, die eine niedrigere Drehzahl haben verursachen beispielsweise weitaus weniger Lärm als diejenigen mit einer hohen Drehzahl. Ebenso kann eine errichtete Lärmschutzwand die Belastung einschränken. Auch passive Schallschutze, wie Schallschutzfenster können schützen.
Zur Durchführung solcher Maßnahmen wurde 2002 in Europa die sogenannte Umgebungsrichtlinie verabschiedet. In Deutschland ist die Berücksichtigung des Schallschutzes heute laut Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und dem Baugesetzbuch (BauGB) Pflicht.
Außer als auf die Hilfe von Gesetzen zu vertrauen, kann auch jeder Einzelne einen Beitrag zum Lärmschutz leisten. Öfter einen Weg zu Fuß zurücklegen und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nutzen, kann zumindest helfen, die am stärksten störende Lärmquelle zu besänftigen.