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"Mehr denn je zuvor wird heute stets in Erinnerung gerufen, wie wichtig eine gesunde Ernährung für den Menschen ist. Doch lässt sich ein solcher guter Vorsatz so einfach in die Tat umsetzen? Häufig bringt Obst und Gemüse nicht nur Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern auch höchst unerfreuliche Beilagen auf den Teller.
Früchte und Gemüse sollen perfekt und frisch aussehen und dies geschieht auf Kosten der menschlichen Gesundheit. Ihr makelloses Aussehen erhalten die „gesunden“ Lebensmittel durch den Einsatz von Chemikalien. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide und übermäßige Düngung lassen nun jedoch Rückstände in der Ernte zurück, welche den menschlichen Organismus gefährden.
Grenzwerte werden nicht eingehalten
Um Gesundheitsschäden zu vermeiden, gibt es gesetzlich geregelte Grenzwerte. Doch diese werden oft überschritten. Insbesondere bei Tomaten, Trauben, Erdbeeren oder Paprika werden oft Verstöße gegen die Vorgaben festgestellt.
Es ist sehr aufwendig, die Rückstände von Pestiziden und Düngung nachzuweisen. Etwa ein Drittel der weltweit eingesetzten Stoffe können durch eine Analyse im Labor nachgewiesen werden. Bei den anderen sind die Nachweise allerdings mit großem Aufwand verbunden beziehungsweise gar nicht festzustellen. Im Durchschnitt ist es den nationalen Institutionen in der EU nur möglich, Rückstände von 150 Pestiziden nachzuweisen. Eine geradezu lächerliche Zahl, bedenkt man, dass insgesamt mehr als 800 zugelassen sind.
Immer wieder werden durch Stichproben der Lebensmittelüberwachung und Untersuchungen privater Organisationen, wie beispielsweise Greenpeace, stark belastete Waren entdeckt.
Jährlich werden etwa 30.000 Tonnen Pestizide auf Feldern und in Gewächshäusern verwendet. Davon wird die Hälfte zum Zweck der Unkrausvernichtung eingesetzt. Der World Wildlife Fund (WWF) hatte nach eigenen Studien bereits im Jahre 2004 davor gewarnt, dass immer mehr Rückstände in den Lebensmitteln zu finden sind. In 38 Prozent von 5500 Proben aus Deutschland fand die Organisation Rückstände, darunter wurden in 3,9 Prozent der Fälle die Grenzwerte überschritten.
Überraschenderweise schnitten bei einem Test von Greenpeace Obst und Gemüse von Billigdiscountern im Vergleich mit anderen Supermärkten am besten ab. Nur Bioware konnte die billigen Lebensmittelhändler an Qualität übertreffen.
Giftstoffe im Blutkreislauf
Anhand von Bluttests kann festgestellt werden, ob Pestizide in den Körper gelangt sind. Die chemischen Stoffe werden zunächst vom Magen aufgenommen und wandern von dort aus in den Dünndarm. Hier werden die Schadstoffe in die Blutkreislaufbahn übergeben und durch das Blut gelangen die giftigen Substanzen schließlich in alle Organe. Daraus kann ein geschwächtes Immunsystem entstehen. In schlimmsten Fällen können sogar Krebserkrankungen und verändertes Erbgut auf Pestizide zurückgeführt werden.
Die Giftstoffe gelangen durch das Blut auch in das Gehirn. Zwar wird durch die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass die Giftstoffe direkt aus dem Blut in die Nervenzellen eindringen. Es ist fettlöslichen Stoffen allerdings möglich, diese zu überwinden und in das Gehirn einzudringen. Die gestörten Funktionen der Nervenzellen führen neurologische Probleme und neurodegenerative Erkrankungen. Unter anderem kann Parkinson, Alzheimer und Multiple Sklerose dadurch entstehen.
Was kann getan werden?
Die Reaktionen auf Nachweise von legalen und auch illegalen Pestiziden sind bedauerlich. Wird ein solcher Fall aufgedeckt, müssen die Behörden die giftige Ware zwar vom Markt nehmen, aber meistens geschieht dies nur sehr langsam. Handel und Politik müssen erheblich aktiver werden, um den Konsumenten vor pestizidbelasteten Lebensmitteln zu schützen. Strafanzeigen bei Verstößen der Grenzwertvorgaben haben bisher keine zufriedenstellenden Auswirkungen erzielt.
Bis in der Politik positive Veränderungen zur Meidung von Pestiziden erfolgen, sollten im Haushalt einige Regeln eingehalten werden. Zunächst gilt es, Obst und Gemüse äußerst gründlich zu waschen. Aber auch dies kann nicht immer alle Rückstände beseitigen. Oft sind sie auch so stark in das Obst und Gemüse eingedrungen, dass Schälen keine Abhilfe bietet. Aus diesem Grund ist es ratsam, ökologisch erzeugte Produkte zu kaufen. Untersuchungen zeigten, dass diese am ehesten frei von Rückständen sind. Bioprodukte sind also eine gute Gelegenheit zu zeigen: „Ich esse diese Gifte nicht! Nein, diese Gifte ess ich nicht!
ipp:
Der Autor Christian Opitz stellt in seinem Buch „In Ernährung für Mensch und Erde“ seine wissenschaftlichen und gleichzeitig ganzheitlichen Erkenntnisse über Ernährung und Gesundheit zusammen. Er beschreibt unter anderem die Ursachen der Zivilisationskrankheiten, welche wichtige Rolle die lebenden Makromoleküle in unserer Nahrung spielen und die Heilwirkung des Fastens. Der 1970 geborene Autor steht in der Tradition der großen Ernährungspioniere wie Hippokrates, Bircher-Benner und Kollath. Bereits seit seiner Kindheit beschäftigt er sich mit Biologie, Atomphysik und den Bereichen Ernährung und Gesundheit.
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