Fairer Handel, faire Preise
Monday, 12. October 2009 -

sk_design © www.fotolia.com

Vor einigen Jahren war das Faitrade-Siegel fast ausschließlich in Dritte-Welt-Läden vertreten. Heute finden wir diese Produkte beim Discounter, im Supermarkt, im Lebensmittel- wie auch im Feinkostgeschäft.
Der einstige Nischenmarkt wächst und er erobert Tag für Tag mehr Verkaufsfläche. Als Transfair 1992 als eingetragener Verein seine Arbeit aufnahm, hätte man sich wohl nicht träumen lassen, dass bis heute Waren im Wert von ca. 800 Millionen Euro fair verkauft wurden.

Die Erfolgsgeschichte des fairen Handels beginnt 1959 in den Niederlanden. Die Stiftung Steun voor Onderontwikkelde Streken,abgekürzt S.O.S. wird gegründet. 1967 beginnt S.O.S. in Kerkrade/NL mit dem Handel von Produkten aus der sogenannten Dritten Welt. 1971-1975 bieten immer mehr Dritte-Welt-Gruppen auf Basaren und Märkten Produkte aus Fairem Handel an und in Deutschland werden die ersten Dritte-Welt-Läden eröffnet. 1992 gründeten zehn Organisationen unter anderem Aktion Arme Welt, AG3WL, Verbraucherinitiative, Friedrich-Ebert-Stiftung und das DGB-Bildungswerk den „AG Kleinbauernkaffee e.V.”, ehe er am 10. Mai 1992 in TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt e.V. umbenannt wurde. 

Hilfe zur Selbsthilfe
Das übergeordnete Ziel von TransFair besteht darin, benachteiligte Kleinbauern und Arbeiter sowie ihre Familien in Asien, Afrika und Lateinamerika auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen, sie zu fördern und ihre Lebensund Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dabei tritt TransFair nicht als Händler in Erscheinung, sondern sieht seine Aufgabe in der Kontrolle und Einhaltung von Kriterien und Standards des Fairen Handels über Grenzen und Kontinente hinweg. Der Verein vergibt stattdessen ein Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair ist also keine Marke, sondern zeichnet Produkte mit seinem Siegel aus, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt werden. Der Faire Handel fördert gezielt die besonders benachteiligten kleinbäuerlichen Familien und deren Selbsthilfeinitiativen. Die Organisationen setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung ein. Bei Plantagenprodukten wie Tee, Orangen und Bananen werden die abhängigen Pflückerinnen und Pflücker gefördert. Sie sind die am meisten benachteiligten Glieder der Produktionskette, und der Faire Handel hilft ihnen, selbstbewusster im internationalen Handel zu agieren. Die Betriebe und Plantagen verpflichten sich zur Einhaltung der sozialen und ökologischen Mindeststandards. Vertreter der Plantagen und der Tagelöhner bilden ein Gremium, das so genannte Joint Body, das über die Verwendung der Fairhandelsprämien entscheidet. 

Mitspracherecht
Die Kleinbauern sind an allen wichtigen Entscheidungen ihrer Genossenschaften direkt und demokratisch beteiligt. Dies gilt insbesondere für die Kontakte zum Management,aber auch für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel. Die Produzenten werden in den Bereichen Marketing und Produktionsverfahren für Qualitätsverbesserungen weitergebildet. Darüber hinaus werden Sozialprojekte wie Schulen, Gemeinschaftsräume, Werkzeug, Brunnen, Apotheken, Schulstipendien und vieles mehr finanziert. Insgesamt konnten 632 Bauernkooperativen und Plantagen in 58 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas durch den Fairen Handel mit dem Siegel gefördert werden; darin sind rund 1,6 Millionen Bauern und Arbeiter vertreten. Weiterführende Informationen. www.transfair.org

 

Copyright 2009 - EU Umweltakademie - All rights reserved